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Kostenschätzung nach DIN 276

Ferdinand Witt-Dörring
Ferdinand Witt-Dörring
22.6.2022
Toleranz und Genauigkeit von Kostenschaetzung und Kostenermittlung

Was ist die Kostenschätzung nach DIN 276?

Die Kostenschätzung nach DIN 276 ist eine der wesentlichsten Aufgaben für ArchitektInnen am Beginn eines Bau Projektes, die nach der Definition der HOAI in der Leistungsphase 2 (Vorplanung) stattfindet. Neber der Kostenschätzung wird in der Vorplanung ein konkreter Entwurf des Objektes erarbeitet. Behörden werden erstmals kontaktiert und die zu erwartenden Aufgaben werden mit an der Planung beteiligten Personen abgestimmt.

Zusammengefasst sollten folgende Arbeitsschritte in der Leistungsphase 2 erledigt werden: 

  • Abstimmung mit allen beteiligten FachplanernInnen
  • Erarbeitung der Vorplanung
  • Maßstabsgetreue Entwurfe des Bau Objektes
  • Grundlagenanalyse und Vorverhandlung über die Genehmigungsfähigkeit
  • Erstellung eines groben Terminplans inklusive den wichtigsten To-Dos des Planungs- und Bauablaufs
  • Kostenschätzung

Die Kostenschätzung hilft allen Beteiligten möglichst früh einen ersten Überblick über die erwartenden Arbeitsblöcke und die damit verbundenen Kosten zu bekommen. Da am Beginn des Projektes oft noch nicht alle Details klar sind, müssen Annahmen getroffen werden und es wird teilweise mit Schätzwerten gearbeitet. Um diesen Schritt zu vereinfachen werden dafür meist die standardisierten Kostengruppen der DIN 276 verwendet.

Beispiel Kalkulation der Kostenschätzung nach DIN 276 mit Kostengruppen

In dem nachfolgenden Beispiel einer Kostenschätzung werden die Kostengruppen der DIN 276 mit den für den Arbeitsschritt geplanten Gewerk ergänzt.

Kostengruppe Gewerk Menge Einheit Einzelpreis Gesamtpreis
300 Bauwerk - Baukonstruktionen € 80.000
   310 Baugrube, Erdbau Erdbau 1 Pauschal € 30.000 € 30.000
   320 Gründung, Unterbau Rohbau 1 Pauschal € 40.000 € 40.000
   330 Außenwände Maurer 1 Pauschal € 10.000 € 10.000

Mehr zu den Vorteilen einer kombinierten Kostenschätzung nach DIN 276 und Gewerken und wie du das ganz einfach in Compa umsetzen kannst, findest du in unserem letzten Artikel über Kostenermittlung nach DIN 276 und Gewerken.

Die einzelnen Versionen der Kostenermittlung werden mit fortschreitender Planungstiefe immer genauer und detaillierter. Da stellt sich natürlich die Frage:

Wie detailliert muss eine Kostenschätzung nach DIN 276 sein?

Wie schon im Wort verankert, geht es in der Kostenschätzung mehr um eine Schätzung als einer genauen, detaillierten Berechnung. Laut Lehrbuch wird eine Genauigkeit von ± 30% vorausgesetzt. Dennoch ist es für alle Beteiligten am besten, so früh wie möglich mit genauen Werte zu arbeiten, da eine gute Kostenschätzung mitentscheidend für den Erfolg eines Projektes ist. Werden zu hohe Puffer angelegt, kann das ganze Projekt wegen zu hohen Kosten schnell in Frage gestellt werden. Wird zu knapp geschätzt, besteht großes Konfliktpotential mit dem Bauherren, der gegebenenfalls nach einer Nachfinanzierung suchen muss.

Stufen der Kostenermittlung nach DIN 276 und ihre Toleranz/Genauigkeit

Je weiter das Bauprojekt voranschreitet, desto genauer müssen die Kostenermittlungen werden. Der erwartete Toleranzbereich von Abweichungen nach oben oder unten wird immer kleiner.

Art der Kostenermittlung Leistungsphase Toleranzrahmen
Kostenrahmen 1 - Grundlagenermittlung ± 40%
Kostenschätzung 2 - Vorplanung ± 30%
Kostenberechnung 3 – Entwurfsplanung ± 20%
Kostenanschlag 7 – Mitwirkung der Vergabe ± 10%
Kostenfeststellung 8 – Objektüberwachung ± 0% / keine Abweichung

Vor der schon ausgiebig besprochenen Kostenschätzung wird meistens ein Kostenrahmen erstellt. Mit Hilfe der DIN 276 wir ein grober Überblick, meist mit pauschalen Summen für die einzelnen Kostengruppen, erstellt. Der Toleranzrahmen liegt bei ± 40%.

Deutlich tiefer ins Detail geht dann die Kostenberechnung mit einer Genauigkeit von ± 20%. Dabei werden die Kosten auf der Grundlage der Entwurfsplanung (Leistungsphase 3 nach HOAI) berechnet. ArchitektInnen greifen dafür auf ihre durchgearbeiteten Entwurfszeichnungen zurück und erstellen Massenermittlungen. Die Kostenberechnung ist mitentscheidend über für die nächsten Phasen des Projekts und Grundlage für die Genehmigungsplanung.

Der Kostenanschlag ist Teil der Leistungsphase 7 der HOAI und damit Teil der Ausschreibung. Er ist die Basis für die Vergabe der ausgeschriebenen Bauleistungen. Hier liegt die Toleranz nur noch bei ± 10%.

Schlussendlich wird in der finalen Phase der Kostenermittlung eine Kostenfeststellung erstellt. Dabei werden die tatsächlich entstandenen Baukosten überprüft und abgerechnet.

Erstelle alle Arten der Kostenermittlung spielend einfach in Compa

Das Erstellen von Kostenermittlungen ist ein ganz wesentlicher Baustein von erfolgreichen Bauprojekten. In unserer cloud-basierten AVA-Software funktioniert der Aufbau von Kostenermittlungen (in allen Arten und Versionen) intuitiv und schnell. Kostenermittlungen helfen dem/der BauherrIn zu verstehen, mit welchen Kosten er/sie rechnen muss und hilft allen Beteiligten Entscheidungen zu treffen. Deswegen haben wir uns nicht nur auf die einfache Eingabe / Erstellung der Budgets fokussiert, sondern viel Zeit und Arbeit in die Gestaltung des finalen Kostenermittlungs-Dokuments gesteckt, die mit einem Klick als PDF heruntergeladen werden können.

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