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Innenausbau: Kosten, Dauer und Ablauf

Matthäus Kerres
Matthäus Kerres
03/2024
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Im Wesentlichen gliedern sich Bauprojekte in zwei unterschiedliche Phasen: den Rohbau und den Innenausbau. Nach der Vorbereitung des Terrains werden zunächst die Baugrube und das Fundament erstellt, Grundlage für die Errichtung des Rohbaus. Es werden Wände, Böden und Dach fertiggestellt mit dem Ziel, möglichst schnell einen geschlossenen Baukörper zu erreichen. Dies ist insbesondere im Hinblick auf Witterungsschwankungen und bei Winterbaustellen wichtig. Obwohl zum Schließen des Baukörpers auch die Montage von Fenstern und Außentüren notwendig ist, wird sie meist nicht zum Rohbau gerechnet, sondern zur anschließenden wichtigen Bauphase des Innenausbaus. Diese dauert im Allgemeinen etwa dreimal so lange wie der Rohbau.

Was ist der Innenausbau?

Der Innenausbau ist die zweite Bauphase im Hochbau. Dieser beinhaltet den kompletten inneren und teilweise äußeren Ausbau und die Gestaltung eines Gebäudes. Obwohl streng genommen eigentlich nur die Fertigstellung der Innenflächen zum Innenausbau gehören, werden die Montage der Fenster, Türen sowie der Fassadenverkleidung im Allgemeinen ebenfalls zum Innenausbau hinzugerechnet. Zu beachten ist, dass es aber weder für den Rohbau noch für den Innenausbau eine bundesweite Regelung bzw. Definition gibt. Einige Bundesländer definieren immerhin, was unter dem Abschluss eines Rohbaus zu verstehen ist.

Generell fällt unter den Innenausbau neben der Montage von Fenster und Türen in erster Linie der Fortbau und die Gestaltung von Wänden, Böden und Decken, zum Beispiel durch Beläge oder Verkleidungen. Auch der Einbau von Trockenbauelementen ist Teil des Innenausbaus. Schließlich sind im Innenausbau auch die komplette Elektro-, Sanitär- und Lüftungsinstallation und der Einbau der Bäder eingeschlossen. Oft werden auch fixe Elemente der Möblierung zum Innenausbau gerechnet, wie zum Beispiel die Küche oder Einbauschränke. Schließlich sind auch die Malerarbeiten Teil des Innenausbaus. In den letzten Jahren haben die Lichtplanung und die Konzeption des Smart Home immer mehr an Bedeutung gewonnen und sind somit ein weiterer Bereich des Innenausbaus geworden.

Gewerke und Reihenfolge beim Innenhausbau

Es gibt also sehr viele verschiedene Arbeiten, die während dieser Ausbauphase fertiggestellt werden müssen. Entsprechend lang ist die Liste der Gewerke, die am Innenausbau beteiligt sind:

• Bauhilfs- und Baunebengewerke
• Treppenbau
• Fenster- und Türenbau
• Estrichbau
• Fußboden- und Fliesenlegerbetriebe
• Außen- und Innenputzbetrieb
• Trockenbau
• Schreinerei
• Bauschlosserei
• HLK-Installation
• Sanitär-Installation
• Elektro-Installation
• Tischlerei
• Glaserei
• Malerbetrieb

Damit bei einer so großen Anzahl von Bauarbeitern Chaos vermieden wird, sind eine sehr gute Planung vor Baubeginn sowie eine perfekte Koordination und Kontrolle während der Bauphase nötig. Dazu gehört auch eine feste Reihenfolge, die sich im Baubetrieb bewährt hat und verhindern soll, dass nachfolgende Gewerke die vorhergehenden Arbeiten beschädigen.

1. Erschließung des Rohbaus: Ein Rohbau enthält meistens noch keine vertikale Erschließung. Daher ist die Erstellung der Rohtreppen, zunächst ohne jegliche Beläge, der erste Arbeitsschritt.

2. Vorbereitung Installationen: Anlage von Kabelschächten und Verrohrung, Einziehen der Kabelstränge.

3. Fassadenfertigstellung: Aufbringen von Außenputz bzw. keramischer Fassadenverkleidung.

4. Einbruch- und Witterungsschutz: Einbau von Fenstern und provisorischen Bautüren sowie gegebenenfalls Rollladenkästen und Sonnenschutz.

5. Trockenbau: Errichtung von Leichtbau-Innenwänden und -Elementen, abgehängten Decken und aufgeständerten Böden.

6. Estricharbeiten: Verlegung auf den Rohböden, gegebenenfalls mit Einbau der Fußbodenheizung.

7. Abschluss Installationen: Montage der Heizung, Heizkörpern, Haustechnik, Sanitärobjekten und Armaturen, Lichtschaltern und Steckdosen.

8. Wand- und Bodenbeläge: Fliesenarbeiten und Aufbringen der Beläge auf Wänden, Böden und Treppen.

9. Türenmontage: Einbau der Innentüren und der finalen Außentüren.

10. Malerarbeiten: Je nach Hauskonzept werden Malerarbeiten entweder zum Schluss ausgeführt oder bei Einbau wertvoller bzw. empfindlicher Bodenbeläge gelegentlich auch vorgezogen.

11. Reinigungs- und Aufräumarbeiten: Endreinigung und Beseitigung von Bauschutt und Restmaterialien.

12. Montage von Einbaumöbeln.

Was kostet der Innenausbau?

Die Kosten des Innenausbaus hängen sehr stark vom gewünschten Ausstattungsstandard ab. Preise für verschiedene Beläge von "Standard" bis "Luxus" können um mehrere hundert Prozent variieren und auch bei Sanitärobjekten gibt es in der oberen Preisklasse fast keine Grenze. So gibt es beispielsweise Keramikfliesen für unter 10,-/qm und exklusive Granitfliesen für über 900,-/qm. Genauso verhält es sich mit Badewannen, vom einfachen Standardmodell für etwa 150 Euro bis zum luxuriösen Design-Whirlpool für 15.000 Euro und mehr reicht die Preisspanne. Entsprechend riesig können die Unterschiede beim Endpreis ausfallen.

Ganz grob können Auftraggeber:innen mit etwa 500,00 Euro pro Quadratmeter für eine einfache Standardausstattung und rund dem Doppelten für eine gehobene Luxusausstattung rechnen. Weiterhin sind die zur Zeit stark steigenden Preise für Baumaterialien zu beachten, die unter Umständen eine Neukalkulation erforderlich machen.

Als Kosteninformation können ungefähr die folgenden Quadratmeterpreise gelten:

• Trockenbau und Dachausbau: 50,00 Euro

• Fenster und Türen: 50,00 - 100,00 Euro

• Sanitärinstallation: 50,00 - 150,00 Euro

• Heizung: 100,00 - 250,00 Euro

• Elektroinstallation: 50,00 - 150,00 Euro

• Innenputz: 100,00 Euro

• Boden- und Fliesenbelag: 50,00 - 100,00 Euro

• Malerarbeiten: 8,00 - 20,00 Euro

Wie lange dauert der Innenausbau?

Unabhängig von der Gebäudeart, vom Fertighaus bis hin zum gewerblichen Großprojekt, nimmt der Innenausbau immer die längste Bauzeit in Anspruch. Generell beträgt die durchschnittliche Dauer für ein Einfamilienhaus in Deutschland etwa 18 Wochen, also drei bis vier Monate. Aber auch hier kann es abhängig von Besonderheiten und Anforderungen, genau wie beim Preis, starke Abweichungen geben. Neben der Größe des Projekts spielen Faktoren wie unvorhergesehene Liefer- oder Wetterbedingungen oder die Qualität des Baustellenmanagements eine gravierende Rolle.

5 Tipps zum reibungslosen Innenausbau

Damit der Innenausbau wie geplant reibungslos und ohne Zeitverzögerung abläuft, sollten Planer:innen folgende Tipps beachten:

1. Eine gründliche Vorplanung ist die erste Voraussetzung für einen reibungslosen Innenausbau. Dieser wird durch einen sorgfältig erstellten Bauzeitenplan erreicht. Da dieser permanent aktualisiert und kontrolliert werden muss, empfiehlt sich eine digitale Version, die anschließend jederzeit und an jedem Ort für alle am Bau Beteiligten verfügbar ist.

2. Definieren Sie so frühzeitig wie möglich alle Wünsche zu Ausstattung und Sondereinbauten mit Auftraggeber:innen, um eventuelle längere Lieferfristen oder die Suche nach Spezialfirmen aufzufangen.

3. Bei der Vergabe sollte nicht immer nur der günstigste Preis berücksichtigt werden. Meist ist es sinnvoll, insbesondere ortsansässige Betriebe zu bevorzugen, die zum einen schnell vor Ort sind und außerdem einen guten Ruf zu verlieren haben. Ferner sollten bei speziellen Anforderungen mit der jeweiligen Technik vertraute Fachpartner gewählt werden.

4. Eine gute Kommunikation und Koordination ist alles. Planer:innen sollten bereits bei der Vergabe abklären, ob die Baufirmen über die notwendigen, modernen Schnittstellen verfügen, um problemlos plattformübergreifend bei AVA und Baubetrieb zusammenzuarbeiten.

5. Laufende Qualitätskontrolle: Nur eine konstante Überwachung der Bautätigkeit durch die verantwortlichen Projektleiter:innen bzw. ihre eingesetzten Bauüberwacher garantiert am Ende einen erfolgreichen Innenausbau. Die Überwachung sollte durch eine lückenlose, digitale Dokumentation untermauert werden.

Wie unterscheidet sich der Innenausbau zum Rohbau?

Als Rohbau wird in der anerkannten Bautechnik die Erstellung der gesamten tragenden Konstruktion verstanden. Dazu gehören neben dem Fundament alle tragenden Wände und Decken, Schornsteine sowie der Dachstuhl. Im Anschluss findet eine Überprüfung und Abnahme der Statik, also des Tragsicherheits-Nachweises, statt.

Nach dieser Abnahme beginnt die Phase des Innenausbaus, die alle oben genannten Arbeiten und Gewerke umfasst. In dieser Bauphase erfolgen dann normalerweise keine Änderungen an der Tragstruktur mehr.

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